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E / 3, “Franz auf Klassenfahrt” von Christine Nöstlinger, 57 Seiten, Erstlesebuch, farbige Bilder, gebunden, 6,50 Euro, heitere Lektüre für Jungen und Mädchen über das Thema Freundschaft, Klassen 2 und 3, auch für Lesemuffel

Die Hauptfigur der Geschichte ist Franz, der bald neun Jahre alt wird und mit seinen Eltern und seinem Bruder in der Hasengasse wohnt. Sein bester Freund ist der Eberhard, der auch in seine Klasse geht und seine beste Freundin ist die Gabi, die aber in die andere Klasse geht. Und das ist auch gut so, denn die Gabi möchte immer alles bestimmen und redet unheimlich viel, da bliebe nicht viel Zeit für den Eberhard. Und außerdem mag die Gabi den Eberhard nicht, sie nennt ihn „Grausbrocken ohne Grips“, das ist nicht nett und stimmen tut es auch nicht, weil der Eberhard kein bißchen dumm ist, nur ein wenig Übergewicht hat er. Der Eberhard mag die Gabi auch nicht, aber das sagt er dem Franz nicht, weil ihn das kränken würde und das spürt der Eberhard. Mit dem Eberhard streitet der Franz auch überhaupt nicht, weil der auch nicht streiten will, mit der Gabi streitet er nicht, weil die bei einem Widerspruch ewig lang herumkeifen kann. Mit der Gabi ist der Franz viel zusammen, weil er bei ihr den Nachmittag verbringt, bis die Mama von der Arbeit heim kommt. Den Freund in der Schule und die Freundin am Nachmittag zu haben ist für den Franz ganz in Ordnung.

Aber in absehbarer Zeit macht die Klasse vom Franz mit der Klasse von der Gabi zusammen eine Klassenfahrt zum „Lehrwandern“ und da fängt der Franz an, sich Gedanken zu machen, denn beide Freunde wollen neben ihm sitzen. Weil nämlich die Vormittagsfreundin von der Gabi nicht mitfährt hat sie bestimmt, daß der Franz neben ihr sitzen muß. Die Mama ist keine große Hilfe, sie meint, der Franz schaffe das schon, die beiden unter einen Hut zu bringen. Da der Eberhard traurig wäre und die Gabi sauer kommt der Franz bei seinen Überlegungen zu dem Schluß, daß traurig schlimmer wiegt und er der Gabi erst auf dem Weg zum Bus sagt, daß er sich neben den Eberhard sitzt, weil die Gabi sonst schon ab jetzt sauer wäre. Diese Hürde wird aber doch elegant umgangen, weil der Lehrer den blassen Franz mit seiner aufgeregten Piepsstimme im Bus einfach neben sich setzt.

Die drei haben aber doch etwas gemeinsam, der Eberhard wird sogar zum Retter von der Gabi, der Franz spürt Eifersucht in sich nagen, weil die Gabi sich dann sehr um den Eberhard bemüht, aber dann wird der Franz noch zum Retter seines Freundes, als sich die Gabi schlecht benimmt. Als die Mama daheim fragt, wie es denn gegangen sei, da antwortet der Franz, daß der Hut zu klein sei für alle drei. Aber er meint auch, das macht nichts, denn alles kann man nicht haben.

Diese kurze Geschichte einer großen Kinderbuchautorin erzählt das Thema Freundschaft und damit verbundene Entscheidungen auf eine ungemein sympathische Art und Weise. Wenn sich Menschen, die man gerne mag nicht gut leiden können empfindet das jeder als schade, manche leiden darunter sogar. Der Franz leidet unter seiner Rolle zwischen den beiden, weil auf dem Klassenausflug ihn jeder ein bißchen für sich haben möchte. Daß Dreier – Konstellationen oft schwierig sind erweist sich auch kurze Zeit, bis der Franz für seinen Freund sogar der Gabi gegenüber die Stimme erhebt, was ihm sonst nicht leicht passiert. Und seine Erkenntnis am Schluß beweist, daß sich Kinder von Natur aus oft schon sehr kluge Gedanken über das Leben machen und die Gabe haben, das Beste in allem zu sehen.

 

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