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ET / 2, “Deshalb heiße ich Starker Bär” von Irina Korschunov, 64 S., Taschenbuch, 4,95 Euro, wenig größere Schrift, Schwarz-weiß- Zeichnungen, Geschichte über einen Jungen, der durch eine mutige Tat das Vertrauen und die Achtung seines Vaters gewinnt; für beide Geschlechter von 7 bis 10 Jahre, auch für Lesemuffel Der Erzähler heißt Martin, ist neun Jahre alt und wohnt mit seinen Eltern und seiner kleinen
Schwester in einem Hochhaus. An der Straße darf Martin nicht spielen, aber hinter dem Haus ist viel Platz und da wird meistens Indianer gespielt. Und weil alle auch einen richtigen Indianernamen haben heißt Martin auch „Starker
Bär“; diesen Namen hat er sich selbst ausgesucht, aber alle in der Bande nannten ihn nur „Kleiner“ und sein Vater machte sich auch über ihn lustig : „Wie war noch dein Name ? Etwa Starker Bär ? Ich finde, Schneller Schwätzer würde
viel besser zu dir passen.“ Aber das war vor dem großen Ereignis, der Bergtour mit seinem Vater, seither nennen ihn alle „Starker Bär“. Und das kam so : Als die Mutter mit der kleinen Schwester einmal verreist ist macht Martin
mit seinem Vater eine Bergtour, „eine richtige“, keinen „Damenspaziergang“ wie sonst mit seiner Mutter, die Angst vor hohen Bergen hat und seiner Schwester, die nicht lange gehen kann. Früher als an einem Schultag wird
aufgestanden, das Essen eingepackt und dann geht es mit dem Auto bis zu einem Forsthaus, wo der Förster sagt, daß es morgen Regen gebe. Und Martin merkt bald, daß dieser Weg mit den steilen Serpentinen kein Spaziergang ist.
Unterwegs kommen sie an einen Bach, aus dem der Vater sogar mit der Hand eine Forelle fängt, der Vater erzählt viel und langsam wird Martin unwillig, weil der Weg kein Ende nehmen will und ihm der Vater zu schnell geht. Als der
Vater danach wieder spottet mit seinem Indianernamen möchte er ihn am liebsten gar nicht mehr hören, ebensowenig wie er interessiert ist, auf dem Gipfel zu stehen. Aber nach einen stärkenden Aufenthalt auf einer Alm und vielen
weiteren Eindrücken von der Natur sind sie endlich am Gipfel angelangt und Martin ist sehr glücklich, denn dort oben ist es wirklich wunderschön ! Doch nach der Brotzeit ist plötzlich die Sonne verschwunden und es ist windig.
Der Himmel ist nur noch grau und der Vater drängt zum Aufbruch, weil ein Gewitter in den Bergen sehr gefährlich ist. Und tatsächlich ist Martin trotz Regenkleidung im Nu pitschnaß, als der Regen mit dem Blitzen und Donnern nur so
aus den Wolken herausgießt. Martin hat schon zu Hause Angst, wenn es gewittert, aber hier, wo er tatsächlich unmittelbar einer großen Gefahr ausgesetzt ist gerät er richtig in Panik. Aber als der Vater ihn von einem Felsen
herunterholen will stürzt er einige Meter und Martin, der nun doch alleine vorwärts kommt sieht einen wachsbleichen Vater liegen, der nicht aufstehen kann und ihm sagt, er müsse ihm unbedingt den Schuh ausziehen, bevor der Fuß
anschwillt. Danach läßt der Vater Martin eine Weile weinen, denn es ist klar, der Vater ist verletzt, er kann nicht weiter gehen. Dann erklärt der Vater die Situation : in der Nacht könnte bereits Schnee fallen, beide könnten
erfrieren und der Förster oder der Senn meinen vielleicht, sie sind einen anderen Weg zurück gegangen. Was bleibt also übrig ? Jemand muß zum Senn gehen, der selbst ein erfahrener Bergsteiger ist und auch die Bergwacht informieren
kann und der Vater sagt : „Ich kann nicht gehen. Darum mußt du es tun, Starker Bär.“ Dieses Mal klingt der Indianername nicht spöttisch und Martin macht sich auf den Weg. Einen unbekannten und glitschigen Weg bei diesem Wetter
alleine zu gehen ist schwierig, aber Martin muß nur an seinen hilflosen Vater denken, dann geht es wieder leichter. Aber der Senn ist im Dorf und Martin muß mit seinem schmerzenden Rücken durch Matsch und Unwetter weiter zum
Förster. Wie er das geschafft hat weiß er heute nicht mehr, er kann sich nur noch an den Anblick des Hauses erinnern und an ein Aufwachen im Bett, an dem der Förster sitzt und ihm sagt, wie tapfer er gewesen ist. Und seitdem ist
er wirklich „Starker Bär“, auch beim Häuptling und den anderen, weil sein Vater ihnen von dem Ereignis erzählt hat, das den Namen „Starker Bär“ ganz anders klingen läßt. Diese kleine, in der Ich – Form erzählte Geschichte macht
klar, wie auch schon Kinder über sich hinauswachsen können, wenn es darauf ankommt, die Bergtour hat durch die mutige Tat des Kleineren das Vater – Sohn Verhältnis nachhaltig gestärkt. Und : Es heißt ja, daß sich Indianer ihren
Krieger - Namen verdienten und das hat „Starker Bär“ mit seiner Liebe zum Vater und dem daraus resultierenden Durchhaltevermögen vorbildlich geschafft.
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